IAOPA World Assembly 2016 - Tag 2

Freitag 22. Juli 2016

Wie im Ausblick vom Donnerstag angetönt, stand am Freitag zuerst ein Panelgespräch mit hochrangigen Vertretern auf der Agenda: Nach Michael Huerta (Direktor der FAA) waren heute die weiteren Spitzen der weltweiten Luftfahrt an der Reihe. Moderiert von Thomas Haines (Herausgeber des „AOPA Pilot" Magazins von AOPA USA) präsentierten folgende Persönlichkeiten deren Sicht zur Lage der General Aviation:

  1. Edward Bolen, Präsident des Verbandes der Geschäftsfliegerei (NBAA)
  2. Patrick Ky, Geschäftsführender Direktor der EASA
  3. Dr. Fang Liu, Generalsekretärin/CEO der Internationalen Zivilluftfahrtbehörde ICAO
  4. Peggy Gilligan, Direktorin für Luftfahrsicherheit der FAA
  5. Pete Bunce, Präsident Verbandes der General Aviation Hersteller (GAMA)
  6. Mark Baker, Präsident IAOPA und AOPA USA
IAOPA Panelgespräch
Teilnehmer des ersten Panels: links Moderator Tom Haines, am Tisch sitzend v.l.n.r. Ed Bolen, Patrick Ky, Dr. Fang Liu, Peggy Gilligan, Pete Bunce, Mark Baker

 

Die Themen drehten sich neben der allgemeinen Zustimmung, dass die General Aviation ein wesentlicher Faktor in der globalen Wirtschaft darstellt, vor allem darum, wie weltweit Standards vereinfacht umgesetzt werden können bzw. gegenseitig anerkannt werden. Dies soll u.a. mit Part 23 (USA) bzw. CS23 (Europa) und dem entsprechenden globalen Standard erreicht werden, so dass Unsicherheiten bei der Zertifizierung entfallen. Zudem sollen technische Standardverordnungen (TSO) zwischen Europa (EASA), USA (FAA) und Kanada gegenseitig anerkannt werden, ohne dass eine weitere Zertifizierung nötig ist.

Die alternde Flugzeugflotte (und insbesondere deren effizienter und sicherer Weiterbetrieb) wie auch die Sicherung des Nachwuchses in den diversen Berufen der Luftfahrt waren weitere angesprochene Themen.

Schliessend schilderte Stephen Creamer, Direktor des Air Navigation Bureau bei ICAO, wie sie mit überschaubarer Anzahl Mitarbeitern die Weiterentwicklung auf möglichst weltweit harmonisiertem Wege begleiten. Hierzu soll der entworfene Business Plan 2017-2019 beitragen und auch die Bedeutung der General Aviation besser wahrnehmen helfen. Dem Aufruf zu aktiver Mitarbeit der Piloten in den ICAO Regionalbüros sind wir als IAOPA Europa durch Philippe Hausers Engagement bezüglich Language Proficiency Requirements und Sprachenanforderungen im unkontrollierten Luftraum bereits zuvorgekommen.

Stephen Creamer, ICAO
Redner: Stephen Creamer, ICAO

 

Bei den Medicals konnte in verschiedenen Ländern für Privatpiloten oder LAPL Erleichterungen zum heutigen System erreicht werden. Ian Andrews aus Neuseeland, Martin Robinson aus dem Vereinigten Königreich sowie Ken Mead aus den USA berichteten von ihren jeweiligen Lösungen. Der Grundtenor war, dass die medizinischen Anforderungen der fliegerischen Aktivität angemessen sind (bzw. eben werden), was von allen Teilnehmern unterstützt wurde. So wurde eine Forderung lanciert, dass neben den Anstrengungen auf nationaler Ebene auch über ICAO eine Erleichterung für das Medical angestrebt werden soll.

Teilnehmer Panel zu Medical-Reform: Ian Andrews (NZ), Ken Mead (US), Martin Robinson (UK)
Teilnehmer Panel zu Medical-Reform: Ian Andrews (NZ), Ken Mead (US), Martin Robinson (UK)

Drohnen – RPA/RPAS – UAV/UAS: Hierzu tut sich vieles wobei die Ansichten und das Verständnis noch sehr „unterschiedlich gestreut" sind. Die Forderung der IAOPA bei der ICAO im ‚RPA Panel' lautet, dass die Identifikation & Ausweichmanöver (‚sense and avoid') immer an Bord geschehen muss und nicht bei einer Bodenstation. Unser IAOPA-Vertreter bei ICAO, Frank Hoffmann, machte klar, dass bei Ausfall des Datenlinks ansonsten das Flugobjekt blind ist. Michael Erb, Geschäftsführer der AOPA Deutschland, wies anhand verschiedener (Marketing-) Filme auf die aktuelle Entwicklung hin. So sieht die Zukunft gemäss Volocopter eine zwölfplätzige Drohen vor, die entlang den Schweizer Autobahnen z.B. Zürich mit Bern verbinden soll und dort jeweils ans Nahverkehrsnetz auf der Schiene angebunden wird. Da ist noch vieles Zukunftsmusik mit teilweise auch Augenwischerei ohne genau zu wissen wohin die Reise geht. Alleine die Menge an Drohnen im Vergleich zu den bemannten Luftfahrzeugen ist jedoch enorm und wird uns weiter beschäftigen.

Chicago, 22.7.16

Roland Kaps-Becker, Vizepräsident AOPA Switzerland

  Sie finden mehr Informationen über die IAOPA und die World Assembly in unserem IAOPA Dossier

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