Fliegen lernen

Fast jedermann kann fliegen lernen. Man braucht nicht Superman zu sein. Normale Gesundheit, bestätigt durch einen Fliegerarzt, und Mindestalter 17 im Zeitpunkt der praktischen Prüfung genügen. Da Englisch die Fliegersprache ist, sind gewisse Kenntnisse unerlässlich, je mehr desto besser. Für eine PPL, Privat-Piloten-Lizenz sind 45 Schul-Flugstunden verlangt, geringe Abweichungen je nach Land sind möglich, da unterschiedlich viel Simulator als Flugzeit angerechnet wird. Allerdings ist die Praxis näher bei 60-70 Stunden, denn der Fluglehrer muss den Kandidaten für prüfungsreif halten, und das schaffen die wenigsten im gesetzlichen Minimum. Die Zeit ist abhängig vom Wetter, Verfügbarkeit von Flugzeug und Fluglehrer, dem aufgestellten Zeitplan und — von Ihnen selbst. Wählen Sie den optimalen Rhythmus für die Lektionen. Wenn Sie plötzlich keine Lust zu fliegen oder das Gefühl haben, keine Fortschritte zu machen, kann eine Pause oder längere Intervalle gut tun. Lassen Sie sich davon nicht verunsichern, solche Phasen sind bei fast allen Flugschülern normal! Während der Flugstunden lernen Sie zuerst die Grundfunktionen von Steuer und Instrumenten kennen, danach geradeaus und horizontal zu fliegen, später zu steigen, sinken und kurven. Es werden Platzrunden geflogen, zu denen Starts und Landungen gehören, anfänglich unter günstigen Bedingungen, später auch mit Wind und Böen und Landungen mit ungewöhnlichen Anflugwinkeln. Sie lernen das Unterschreiten der Mindestgeschwindigkeit kennen und sicher handhaben. Wenn der Fluglehrer Sie dazu fähig einschätzt, schickt er Sie solo, das heisst allein, los auf die Platzrunde. Danach konzentriert sich die Ausbildung auf Navigation, andere Flugplätze anzufliegen und sich dort korrekt zu verhalten, auf Notverfahren und Prüfungsvorbereitung. Theoretisch und unter günstigsten Bedingungen lässt sich das in vier Wochen erledigen, falls jemand nur seine Ferien und sonst keine Zeit dafür einsetzen kann. Empfehlenswerter ist es jedoch, die Ausbildung auf etwa ein Jahr zu verteilen: Weniger Stress wenn das Wetter nicht mitmacht, geringeres Risiko von "Uebertrainieren", und den Bonus, die recht grossen Unterschiede des Fliegens bei verschiedenen Jahreszeiten zu lernen.

Parallel zum Flugtraining findet die Theorieausbildung statt. Sie umfasst technische Fächer (wie ein Flugzeug und ein Motor funktioniert), fliegerische Fächer (wie ein Flug sauber geplant und durchgeführt wird), ziemlich langweilige Fächer (wie etwa Gesetzgebung). Dazu lernt man das Wetter zu verstehen und Wetterkarten zu lesen, sich korrekt im Funkverkehr auszudrücken, die Grenzen und menschlichen Leistungsfähigkeit unter den Bedingungen des Fluges zu erkennen. Diese Kenntnisse müssen in einer schriftlichen - teilweise auch einer mündlichen - Prüfung nachgewiesen und, soweit zutreffend, in der Flugprüfung angewendet werden. Von Null soweit zu gelangen, braucht seine Zeit, ein halbes oder ein Jahr, vielleicht mehr. Das hängt von Ihren Vorkenntnissen, ihrem persönlichen Lerntempo und dem Lehrplan ab. All das erledigt und die Tests erfolgreich bestanden dürfen Sie als "Pilot in Command" mit Passagieren in den während der Schulung und/oder der Prüfung geflogenen Flugzeugtyp (zumeist ein 2-4 Plätzer) einsteigen und, bei Tag und gutem Wetter, fliegen wohin sie wollen, zumindest theoretisch. Die nächsten Schritte sind dann zum Beispiel die Flugberechtigung auf einem stärkeren oder komplexeren, z.B. mehrmotorigen, Flugzeug oder Berechtigungen für Nachtflug oder Kunstflug zu erlangen, oder, falls Fliegen ein Berufsziel ist, auf den Berufs- oder Linien-Pilotenausweis hinzuarbeiten. Schauen Sie sich auf einem Flughafen oder Flugfeld in Ihrer Umgebung um, fragen Sie eine dortige Flugschule (Registered Facility oder Flying Training Organisation) nach den Kosten (in der Schweiz bewegt sich die PPL-Ausbildung um 16'000 bis 18'000 Franken). Die meisten Flugschulen bieten Einführungsflüge, so etwas wie "die erste Flugstunde" als Demonstration, zu Sonderpreisen und ohne Verpflichtung an. Sehen Sie auch in unsere Web-Seite Frequently Asked Questions (in englisch), oder senden Sie uns Ihre Fragen per E-Mail!

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